Dieser Kurs schwebt mir schon seit Jahren im Kopf herum.
Ich liebe den Titel.
Ich habe den Clown von der Pike auf gelernt und auch meinen Lebensunterhalt mit dieser Bühnenfigur verdient, beispielsweise als ich 4 Jahre in Paris als Klinikclown gearbeitet habe.
Und Jahre später haben mein Mann und ich uns als Clowns kennengelernt.
Und lieben.

Ich wollte nicht einfach nur einen Clownkurs anbieten.
Für mich gehört der Clown zu meiner Lebenshaltung.
Ich wechsle zum Begriff „Narr“, weil ich ihn lieber mag. Ich möchte dadurch auch das Bild des Zirkusclowns mit weissem Gesicht und roter Nase aus dem Kopf streichen.
Der Narr lebt im Raum der Freiheit.
Er sagt, was er denkt. Ungefiltert. Völlig unbedacht bezüglich der Konsequenzen. Doch Obacht, er muss sich ihnen natürlich trotzdem stellen.
Er handelt und steht dann vor seinem Schlamassel.
Genau daraus entsteht das Spiel.
Reagiert er feige oder wagemutig?
Ungehörig oder duckmäuserisch?
Tollpatschig? Unschuldig-naiv?
In diesem Kurs lade ich ein in den Raum der Unanständigkeit.
Der Narr darf falsch liegen.
Das Luder darf frech werden.
Der Schuft darf stören, betrügen, provozieren und Grenzen sprengen.
Das sind drei unterschiedliche Bühnenräume, die jeweils ihren klaren Rahmen haben.

Mit dem Narren stellen wir die Ordnung in Frage. Vielleicht versteht er sie nicht oder er zeigt durch sein Scheitern, wie absurd sie ist. Der Narr ist der König des Scheiterns. Ganz egal, wie richtig er es gerne machen möchte, er bekommt es nicht hin.
Und genau das macht ihn berührend. Wir erkennen uns in ihm und lachen herzlich über sein Ungeschick.

Das Luder bewegt sich in einem anderen Raum. Körper, Begehren, Schamlosigkeit, Lust, Verführung, Unverschämtheit sind Impulse, die dem Luder angehören. Ich denke an Bilder von Otto Dix. Es steckt etwas Krudes im Luder.
Mit dem Schuft begegnen wir dem Spiel mit der Macht. Hier wohnt die List, der Eigennutz, der Regelbruch. Vielleicht auch die Boshaftigkeit und die Lust an Manipulation.
Hier geht es mir um experimentelle Bühnenarbeit.
Ich möchte einen Raum des Lächerlichen und Ungehörigen schaffen.
In diesem Kurs ist unser Körper das vorrangige Werkmaterial.
Wir beginnen den Tag mit körperorientierter Bühnenarbeit, erforschen Raum und Bewegung, machen theatralische Improvisationsübungen, allein, zu zweit und als Gruppe.

Wir werden versuchen, eine Bühnenfigur zu erschaffen.
Um dies zu unterstützen, können wir zu einem Trödler fahren und nach Kostümelementen suchen.
Wir werden ein Charakterbuch erarbeiten, das den Entstehungsprozess der Figur dokumentieren wird.
Bühne frei für den Narren,
das Luder und den Schuft!
In meinen Präsenzkursen gibt es eine Kleiderordnung.

Ich bitte um schwarze und bequeme Kleidung.
Wir arbeiten teilweise an kleinen präzisen Dingen und ich möchte unseren Arbeitsraum optisch ruhig halten. Bunte Klamotten, Streifen, Markenembleme, Schmuck und Schminke lenken ab. Ich möchte die Aufmerksamkeit auf den Menschen und unsere Arbeit legen und nicht auf Klamotten und co.
Aus Erfahrung weiss ich, dass schwarze Kleidung für manche Menschen ein Problemthema ist. Ich werde das Thema nicht ausdiskutieren.
Wen diese Vorgabe stört:
einfach nicht anmelden.
Struktur
Anreise am Samstag.
Der Kurs beginnt am Sonntag um 9 Uhr.
Wir arbeiten von 9 Uhr bis 13 Uhr.
Mittagessen und Pause.
Arbeit von 15 Uhr bis 18 Uhr.
Arbeitstage von Sonntag bis Freitag.
Am Mittwochvormittag gehen wir gemeinsam auf den Wochenmarkt, wenn das Wetter passt. Und nutzen diesen Ausflug, um Menschen in ihren Eigenarten zu beobachten.
Nichts ist so inspirierend wie Menschenschauen.
Abreise Samstag.
Maximal 8 Teilnehmerinnen.



Kost
Gemeinsames Essen gehört zu diesen Tagen dazu. Mein Mann (gelernter Koch) sorgt für unser leibliches Wohl und kocht frisch und vegetarisch.
Während der 6 Arbeitstage gibt es jeden Mittag ein 3-gängiges Menü mit Vorspeise, Hauptgericht und Dessert.
Kaffee, Kuchen und Getränke stehen immer bereit.
Zudem spreche ich mit der Gruppe ab, ob sie lieber ein Abschlussmahl am Freitagabend wünscht oder ein Frühstücksbuffet am Samstagmorgen vor der Abreise.
Bei Lebensmittelunverträglichkeiten bitte vorher Bescheid geben, damit ich das mit meinem Mann durchsprechen kann.
Wir haben in all den Jahren Kursarbeit viel Missbrauch erlebt, was Lebensmittelunverträglichkeiten angeht. Also viele Sonderwünsche, die sich je nach Dessert plötzlich in Luft auflösten.
Ich bin da inzwischen streng.
Wir kommen euch diesbezüglich natürlich entgegen, ich werde es aber berechnen. Deswegen müssen wir das Thema vorab durchsprechen, damit mein Mann den zusätzlichen Aufwand abschätzen kann.
Danke für euer Verständnis.
Kursgebühr und Ratenzahlungen
Der Kurs kostet 1290 €.
990 € sind Kursgebühr, also mein Honorar.
300 € sind für Kost und Material und werden bar vor Ort abgerechnet.
Einmalzahlung von 990 €.
Bei Ratenzahlung berechne ich eine Gebühr:
3 Raten zu 340 € (1020 € insgesamt)
oder
4 Raten zu 260 € (1040 € insgesamt)
Bitte gib bei der Anmeldung an, welche Zahlungsform du wählst.
Notiz zu meinen Preisen:
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